Gastritol

Anwendungsgebiete

Echte Goldrute
(Solidago virgaurea):

  • Durchspülungstherapie der Harnwege bei Harnsteinen und Nierengrieß
  • Vorbeugung von Nierensteinen

Riesengoldrute
(Solidago gigantea):

  • Leichte Beschwerden bei akuten und rezidivierenden Entzündungen der ableitenden Harnwege
  • Durchspülung bei Nierengrieß und Vorbeugung von Nierensteinen

Wichtigste Inhaltstoffe

Echte Goldrute
(Solidago virgaurea):

  • Phenolglycoside (Leiocarposid und Virgaureosid nur in Solidago virgaurea)
  • Flavonoide
  • Triterpensaponine
  • Gerbstoffe
  • Kaffeesäurederivate
  • Ätherische Öle

Riesengoldrute
(Solidago gigantea):

  • Phenolglycoside
  • Flavonoide
  • Triterpensaponine
  • Gerbstoffe
  • Kaffeesäurederivate
  • Ätherische Öle

Echte Goldrute - Solidago virgaurea



Die Goldrute: Bei Nieren- und Harnwegsproblemen

In der Pflanzenheilkunde wird die Goldrute zur Behandlung von leichten Beschwerden bei akuten und rezidivierenden Entzündungen der ableitenden Harnwege, als Durchspülungstherapie bei Nierengrieß und zur Vorbeugung von Harn- und Nierensteinen eingesetzt.

Das Goldrutenkraut wirkt diuretisch, leicht spasmolytisch und schmerzlindernd, antiphlogistisch, antibakteriell und antioxidativ. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass sie die Gluthathion-S-Transferase hemmt.

Goldgelbes Leuchten auf Wiesen und Hängen

Die Goldrute ist ein mehrjähriges Korbblütlergewächs (Asteraceae) und ist in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika verbreitet. Sie wächst auf trockenen Wiesen, in lichten Wäldern und an Waldrändern, Böschungen und Felsen. In den Alpen findet man sie bis auf 1.500 Meter Höhe. Ihre leuchtend gelben Blütenköpfchen, durch die die an sich unscheinbare Pflanze erst auffällt, blühen im Spätsommer und Herbst.

Goldrute in der Medizin

Es gibt sehr viele verschiedene Arten der Solidago. Arzneilich werden die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) sowie die Riesengoldrute (Solidago gigantea) und die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) verwendet. Solidago vigaurea gilt von den drei medizinisch genutzten Arten als die wissenschaftlich am besten untersuchte.

Solidago gigantea und Solidago canadensis sind ursprünglich in Nordamerika heimisch, und wurden nach Europa eingeschleppt. Insbesondere die kanadische Art (Solidago canadensis) hat sich in Europa sehr weit verbreitet. Sie wird bis zu 1,5 m hoch und wächst an Waldrändern und Seeufern.

In der Monografie E werden die Drogen der drei medizinisch eingesetzten Goldrutenarten gleichgestellt. Die Qualität der Drogen bzw. Drogenzubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt für:

  • Echtes Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba) (aus Solidago virgaurea)
  • Goldrutenkraut (Solidaginis herba) (aus Solidago gigantea und Solidago canadensis)

Welche Pflanzenteile werden medizinisch verwendet?

Arzneilich werden die während der Blüte gesammelten und dann getrockneten oberirdischen Stängel, Blätter und Blüten verwendet. Die Flavonoide sitzen vor allen in den Blütenköpfchen und in den Blättern. Daher wird maximal ein Stängelanteil von 20 % benutzt.

Die Echte Goldrute liefert das „Echte Goldrutenkraut“ (Solidaginis virgaureae herba), die Riesengoldrute und die Kanadische Goldrute das sogenannte „Goldrutenkraut“ (Solidaginis herba).

Unterschiedliche Wirkstoffgehalte

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Goldrute sind Phenolglycoside, Flavonoide, Triterpensaponine, Gerbstoffe, Kaffeesäurederivate und Ätherische Öle. Da Solidago virgaurea seltener verfügbar ist, werden stattdessen medizinisch häufig die beiden Arten Solidago gigantea und Solidago canadensis verwendet.

Die drei Goldrutenkrautarten unterscheiden sich in ihrem Wirkstoffgehalt qualitativ und quantitativ. So unterscheidet sich die Solidago canadensis im Gehalt der Saponine deutlich von der S. gigantea. Der Flavonoidgehalt der von der S. gigantea stammenden Droge liegt bei einem Durchschnittsgehalt von etwa 3,8 %m, während der Anteil bei der von S. canadensis stammende Droge mit ca. 2,4 % deutlich darunter liegt. Darüber hinaus konnten z.B. die Phenolglycoside Leiocarposid und Virgaureosid nur in Solidago virgaurea nachgewiesen werden.