Gastritol

Anwendungsgebiete

  • funktionelle Magen- und Darmbeschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • bakterielle Hauterkrankungen (äußerliche Anwendung)
  • Wundbehandlung bei oberflächlichen Hautverletzungen (äußerliche Anwendung)
  • Atemwegsinfekte und Reizzustände der Luftwege (innere und äußerliche Anwendung)

Wichtigste Inhaltstoffe

  • Ätherisches Öl  mit mit Sesquiterpenen (u.a. Bisabolol)
  • Flavonoide
  • Phenolcarbonsäuren
  • Schleimstoffe

Kamille - Matricaria recutita



Kamille & Co. sind gut zu Magen und Darm

Die einjährige Echte Kamille (Matricaria recutita L oder auch Matricaria chamomilla L) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa sowie Vorderasien. Heutzutage ist sie jedoch auch in ganz Europa, Nordamerika und Australien verbreitet. Sie wächst an Wegrändern, auf Schuttplätzen und Ackern, in Weinbergen und an Mauern in Höhen bis 1.600 Metern. Ihre Blütezeit geht von Mai bis September. Von der Gattung Chamomilla sind mehr als 20 Arten bekannt. Die Matricaria chamomilla wird 20 bis 50 cm hoch, hat 2- bis 3-fach gefiederte Blätter. Die gelben Blütenköpfchen aus Röhrenblüten stehen auf einem kegelförmig gewölbten Blütenboden und werden von weißen Zungenblüten umrundet. Die echte Kamille erkennt man daran, dass der Blütenboden hohl ist.

Der Gattungsname Matricaria leitet sich vom Lateinischen „mater“ (= Mutter) bzw. von „matrix“ (= Gebärmutter; genitive Form = matricis) ab und weist darauf hin, dass die Pflanze schon in der Volksheilkunde gegen Menstruationsbeschwerden verwendet wurde. Der Beiname Chamomilla stammt vom griechischen „chamaimelon“ und bedeutet so viel wie „niedrig wachsender Apfel“. Damit wir Bezug genommen auf die Form und den Duft der Blüten.

Kamillenblüten in der Phytotherapie
Die Kamille ist eines der ältesten und bekanntesten Heilmittel und findet sich auch heute noch in vielen Hausapotheken als Mittel für Magen- und Darmbeschwerden, typische „Frauenleiden“ und Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie für die Wundheilung.

Arzneilich verwendet werden die Kamillenblüten (Matricariae flos), die für ihren typischen Kamillengeruch bekannt sind. Dieser Duft wird von den in den Blüten enthaltenen ätherischen Ölen verursacht. Kamillenblüten enthalten neben dem ätherischen Öl mit Sesquiterpenen (u.a. Bisabolol) auch Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Cumarine und Schleimstoffe. Sie wirken entzündungs- und antibakteriell, krampflösend, entblähend, mild schmerz- und juckreizstillend sowie wundheilungsfördernd. Das im ätherischen Öl enthaltene Bisabolol senkt zudem die Pepsinsekretion im Magen und wirkt so ulkusprotektiv. Die enthaltenen Schleimstoffe sind u.a. für die entzündungshemmende und reizmildernde Wirkung verantwortlich.

Wann hilft die Kamille?
Zu den traditionellen Haupteinsatzgebieten der Kamille gehören leichte gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und leichte Bauchkrämpfe. Darüber hinaus findet sie Anwendung bei banalen Atemwegsinfektionen und Reizzuständen der Luftwege (Inhalationen) sowie bakteriellen Hauterkrankungen. Äußerlich kann sie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie unterstützend bei Entzündungen im Anal- und Genitalbereich (wenn ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen wurden) sowie zur Wundbehandlung bei oberflächlichen Hautverletzungen Verwendung finden. Vorsicht ist geboten bei bestehenden Allergien gegen Korbblütler (Asteraceae). Wegen der Gefahr von Kreuzallergien sollte dann auf die Anwendung von Kamille verzichtet werden.

In der Pflanzenheilkunde werden Kamillenblüten als Tee, alkoholische Auszüge und Fluidextrakt in Tropfen zur Einnahme, Trockenextrakte in Dragees oder als alkoholische Auszüge in Cremes, Salben, Mundsalben und Bädern zur äußerlichen Anwendung verwendet. Das Kamillenöl wird in Heilsalben, Bädern und Lösungen zur äußerlichen Anwendung verarbeitet.

Chamomilla in der Homöopathie
Chamomilla gehört zu den sogenannten Polychresten, also den am häufigsten verwendeten homöopathischen Arzneien. Die Urtinktur wird aus der frischen zur Blütezeit gesammelten Pflanze gewonnen. Chamomilla gilt als Mittel für das Nervensystem und zwar sowohl für die sensorischen als auch die sensiblen Nerven. Das heißt, es kommt einerseits bei Überempfindlichkeit der Sinne aber auch bei großer Schmerzempfindlichkeit zum Einsatz. Wobei die typischen Chamomilla-Schmerzen unerträglich und nicht auszuhalten zu sein scheinen. Beim Auftreten der Schmerzen reagiert der Betroffenen überempfindlich, gereizt, ärgerlich und unruhig. Außerdem neigt er zum Jammern. Chamomilla ist auch Mittel der Wahl bei Entzündungen, z.B. bei Mittelohrentzündungen, Tonsilitis mit Ohrbeteiligung, Atemwegsentzündungen, die häufig von Fieber und Schweiß begleitet werden. In der Kinderheilkunde ist Chamomilla bei akuten Erkrankungen angezeigt, z.B. bei Darrmkoliken, Husten, Fieber oder Ohrenschmerzen. Abends und nachts sind die Beschwerden meistens schlimmer, aber auch Aufregung und Kaffee haben diesen Effekt.