Anwendungsgebiete

  • nervöse Unruhezustände
  • nervöse Herzbeschwerden
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Konzentrations- und Leistungsschwäche

Wichtigste Inhaltstoffe

  • Lignane
  • Ätherisches Öl mit z.B. Valerensäure 
  • Aminosäuren
  • Valepotriate
  • Flavonoide
  • Alkaloide

Produkte

Hyperforat® Nervohom (homöopathisches Komplexmittel)

Baldrian - Valeriana officinalis L.

 

Der echte Baldrian (Valeriana officinalis L.) gehört zur Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) und ist in Europa und in Teilen Asiens heimisch. Er ist mehrjährig und wächst in Stauden. Man findet ihn vorzugsweise auf feuchten Waldlichtungen und -rändern sowie auf feuchten Wiesen, wo er 50 bis 150 cm hoch werden kann. Valeriana blüht von Juli bis September mit zahlreichen kleinen hellrosa bis weißen doldenartigen Blüten.

Der Name Valeriana geht vermutlich auf das lateinische valere (= kräftig sein, wertvoll sein, gesund sein) zurück, das auf die Heilwirkung der Pflanze hinweist. Der deutsche Name wird mit dem Lichtgott Baldus in Verbindung gebracht. Im Mittelalter wurde der Baldrian aufgrund seines starken Aromas zur Abwehr von bösen Geistern eingesetzt. Beim Trocknen der Blüten entsteht ein charakteristischer Geruch, der angeblich Katzen anlocken soll. Deshalb heißt die Pflanze im Volksmund auch Katzenkraut.

Echter Baldrian in der Pflanzenheilkunde

In der Pflanzenheilkunde werden der Wurzelstock und die dünnen Wurzeln (Valerianae radix) arzneilich verarbeitet. Die Inhaltsstoffe der Baldrianwurzel sind vielseitig: ätherisches Öl (Monoterpene und Sesquiterpene), Lignane, Alkaloide, Flavonoide sowie Valerensäure, die spasmolytisch, angstlösend sowie muskelentspannend wirkt. Darüber hinaus sind Spuren von Valepotriaten und deren Abbauprodukten enthalten, die unter anderem für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind. 

Baldrian: Schlüssel zur Ruhe

Die verschiedenen Inhaltsstoffe der Baldrianwurzel greifen an GABA-Benzodiazepinrezeptoren und Adenosinrezeptoren an und wirken beruhigend auf das zentrale Nervensystem. Baldrian besänftigt daher gereizte Nerven und hilft bei nervös bedingten Unruhe- und Spannungszuständen sowie bei Ein- und Durchschlafstörungen. Auch nervöse Herzbeschwerden können Linderung durch Valeriana erfahren. Darüber hinaus ist Baldrian krampflösend, wirkt als Muskelrelaxanz und lindert nervöse Magenbeschwerden. Besonders bei nervös bedingten Unruhezuständen und Schlafstörungen gehört Baldrian zu den beliebtesten pflanzlichen Mitteln. 

In der Pflanzenheilkunde wird Baldrian als Tee, Tinktur oder als ätherisches Öl verwendet. Häufig ist er in pulverisierter Form oder als Trockenextrakt in Tabletten, Dragees. Kapseln oder als Fluidextrakt in Fertigarzneimittel auf dem Markt. Nicht selten findet man Baldrianextrakt in Kombinationsarzneimitteln, da er sich gut mit ähnlich wirkenden Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Passionsblume kombinieren lässt. Unterdosiert kann es nach Baldrianeinnahme zu paradoxen Reaktionen kommen.

Valeriana in der Homöopathie

Für die homöopathische Urtinktur wird die Wurzel in getrockneter Form verwendet. Valeriana gilt als ein wichtiges Arzneimittel bei nervöser Übererregbarkeit, Hysterie und bei sehr ängstlichen und reizbaren Patienten, unabhängig von der Erkrankung. Wechselnde Stimmung, generelle Überempfindlichkeit und gestörter Schlaf können wahlanzeigende Hinweise sein. Vor allen bei Schmerzen finden die Patienten keine Ruhe. Treten plötzliche Stiche in der Herzgegend auf, sollte ebenfalls an Valeriana gedacht werden.

Die Patienten wirken fahrig, ihre Gedanken sind zu schnell, sie antworten oft irrelevant und springen von einem Thema zu anderen. Valeriana hilft ihnen dann die innere Ruhe wieder zu finden und besser zu schlafen. Darüber hinaus kann Valeriana die Schmerzen (z.B. plötzliche Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Gesichtsschmerzen) lindern und Krämpfe lösen.